Aufgewachsen im Gailtal zwischen den Karnischen und Gailtaler Alpen, umgeben von Bergen, Wäldern und Seen, haben mich Natur, Menschen, Traditionen, Sport und besondere Orte schon früh geprägt. Die Wurzeln meiner Familie im Kanaltal und die Geschichte der Aussiedelung meiner Großeltern haben darüber hinaus mein Gefühl für Heimat, kulturelle Identität und die Bedeutung von Lebensqualität auf besondere Weise geschärft.
Diese Prägungen begleiten mich bis heute – privat ebenso wie beruflich. Sie haben meinen Blick für Menschen, Geschichten, Marken und Erlebniswelten maßgeblich beeinflusst.
Prägende Kindesjahre
Neben meiner Familie und der Schule war meine Kindheit vor allem von Sport, Natur und einem einfachen, bodenständigen Leben geprägt. Schon früh entdeckte ich meine Begeisterung für den Skisport. Einige Jahre war ich im Nachwuchs-Skirennsport aktiv und durfte dabei Erfolge feiern. Für eine Karriere reichte es zwar nicht, doch die Jahre waren prägend. Training bei jedem Wetter, der Umgang mit Erfolgen und Niederlagen sowie die Tatsache, vieles ohne die Unterstützung skibegeisterter Eltern bewältigen zu müssen, lehrten mich früh Disziplin, Eigenverantwortung und Durchhaltevermögen. Neben dem Sport spielte das Leben mit und von der Natur eine zentrale Rolle.
Unser Alltag war von einer gewissen Selbstverständlichkeit geprägt, die heute vielerorts verloren gegangen ist. Gemüse aus dem eigenen Garten, Obst von den Apfel-, Kirsch-, Zwetschken- und Nussbäumen, Heuernte mit der Sense, einige Bienenstöcke für den eigenen Honig und die Nutzung der natürlichen Ressourcen gehörten zum Leben dazu. Auch Fisch und Wildbret auf dem Teller hatten einen direkten Bezug zur Natur. Durch meinen Vater wuchs ich mit dem Fliegenfischen und der Bergjagd auf. Die Erinnerungen an diese Zeit begleiten mich bis heute. Beide Leidenschaften stehen für mich nicht nur für Naturerlebnis und Tradition, sondern auch für Respekt, Geduld, Achtsamkeit und Präzision.
Heute ist es für mich ein besonderes Geschenk, viele dieser Erfahrungen, Werte und Traditionen an meine beiden Söhne weitergeben zu dürfen.
Lebensweg und berufliche Neuorientierung
Nach dem Abschluss meiner ersten Berufsausbildung und dem Grundwehrdienst beim Österreichischen Bundesheer in Villach führte mich mein Weg nach Graz – beruflich und privat in eine völlig neue Welt. Statt der Arbeit mit Metall, Feuer und Hammer als Fahrzeugfertiger standen plötzlich Menschen im Mittelpunkt. Als Office Manager bei Jugend am Werk Graz durfte ich Menschen mit Behinderung und Benachteiligung mit meiner Arbeit unterstützen. Gleichzeitig konnte ich meine IT-Kenntnisse und meine Begeisterung für die damals aufkommenden Möglichkeiten des Internets einbringen und erste Erfahrungen im Bereich Marketing und Kommunikation sammeln.
Neben der beruflichen Neuorientierung eröffnete mir Graz auch eine völlig neue Lebenswelt. Die Großstadt brachte viele neue Eindrücke, Freundschaften und Erfahrungen mit sich. Motorradtouren mit Freunden, Sport und Fitness, Tauchen, das Entdecken neuer Orte und das eigenständige Leben fern der Heimat prägten diese Jahre. Trotz aller neuen Möglichkeiten zog es mich an vielen Wochenenden zurück nach Kärnten. Die Berge, die Natur und das Gefühl von Heimat fehlten mir oft mehr, als ich erwartet hätte.
Diese Zeit hat mein Verständnis für Menschen, unterschiedliche Lebensrealitäten sowie meine soziale Kompetenz und Empathie nachhaltig erweitert. Sie war zugleich der Beginn meines Weges in die Welt von Kommunikation, Marketing und Marken.
Abenteuer und andere Kulturen
Die unzähligen Geschichten über das Lachsfischen, die Elchjagd und die unberührte Wildnis Nordamerikas, die ich bereits als Kind hörte, weckten in mir früh die Sehnsucht nach Abenteuer und Freiheit. Mit Anfang 20 wagte ich schließlich gemeinsam mit meiner damaligen Freundin den Schritt nach Westkanada. Mit einem alten Governmental Car, ähnlich einem VW-Bus, starteten wir in Vancouver und machten uns auf den Weg Richtung Norden. Sechs Monate lang bereisten wir British Columbia, Yukon, die Northwest Territories und Alaska.
Es folgten unvergessliche Erlebnisse in einer Landschaft, die größer, wilder und ursprünglicher war als alles, was ich bis dahin kannte. Unser Alltag spielte sich größtenteils in der Natur und im Van ab. Wir machten täglich Feuerholz, kochten unter freiem Himmel, fischten an abgelegenen Flüssen und Seen und lebten oft weit entfernt von jeglicher Zivilisation. Wir überquerten den Polarkreis, befuhren den legendären Dempster Highway und lernten Regionen kennen, in denen Natur, Freiheit und Einfachheit noch einen ganz besonderen Stellenwert besitzen.
Besonders geprägt haben mich jedoch die Menschen. Die Offenheit, Gastfreundschaft und das Vertrauen, das uns viele Einheimische entgegenbrachten, waren für mich außergewöhnlich. Ebenso die Begegnungen mit Auswanderern wie Adi und Joe, die sich in Kanada ein völlig neues Leben aufgebaut hatten. Unvergessen bleibt auch ein Defekt unseres Automatikgetriebes in Carmacks, einem abgelegenen Ort im Yukon. Während ich das Getriebe in einer Tankstellengarage selbst wechselte und auf ein per Flugzeug angeliefertes Ersatzteil wartete, verbrachten wir viele Stunden mit den Menschen vor Ort. Die Gespräche mit Einheimischen, First Nations und Auswanderern eröffneten mir neue Perspektiven auf das Leben, auf Freiheit, auf Herausforderungen und auf das, was Menschen wirklich glücklich macht.
Diese Reise hat meinen Blick auf die Welt nachhaltig erweitert. Sie hat mir gezeigt, wie unterschiedlich Menschen leben, denken und miteinander umgehen – und wie bereichernd es sein kann, sich auf fremde Kulturen, neue Perspektiven und unbekannte Wege einzulassen. Neben all den Erlebnissen war sie auch eine intensive persönliche Lernreise, die mir half, meine Englischkenntnisse auf ein neues Niveau zu bringen.
Livestrong
Nach meiner Rückkehr aus Kanada im Herbst 1999 fühlte ich mich in vielerlei Hinsicht wie ein anderer Mensch. Die Monate in der Wildnis Nordamerikas, die Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen und die Erfahrungen fernab der gewohnten Welt hatten meinen Blick auf das Leben nachhaltig verändert. Die Rückkehr nach Österreich war dennoch herausfordernd.
Viele der Erfahrungen und Erkenntnisse, die für mich von unschätzbarem Wert waren, fanden am Arbeitsmarkt kaum Beachtung. Um beruflich wieder Fuß zu fassen, absolvierte ich zahlreiche Weiterbildungen in den Bereichen Qualitätsmanagement, Netzwerktechnik sowie Web-, Grafik- und Mediendesign und arbeitete projektbezogen für unterschiedliche Unternehmen und Organisationen. Besonders hilfreich war für mich der berufsbegleitende Universitätslehrgang Werbung und Verkauf an der Wirtschaftsuniversität Wien. Dort gelang es mir, praktische Erfahrungen mit fundierten Marketingmethoden zu verbinden und mein Interesse an Markenentwicklung, Kommunikation und neuen Medien weiter zu vertiefen. Meine Diplomarbeit zum Thema Multimedia Content für die APA-OTS Originaltext-Service GmbH wurde später mit dem Sonderpreis der Werbewissenschaftlichen Gesellschaft ausgezeichnet.
Doch rückblickend war dieses Jahrzehnt weit mehr als eine berufliche Aufbauphase. Es war eine Zeit persönlicher Herausforderungen, gesundheitlicher Rückschläge und innerer Kämpfe. Während viele Menschen meines Alters scheinbar unbeschwert ihren Weg gingen, wurde ich mit Erfahrungen konfrontiert, die mein Vertrauen in die Selbstverständlichkeit von Gesundheit und Zukunft grundlegend erschütterten. Mehrfach wurde mir der Boden unter den Füßen weggezogen.
Es waren Jahre voller Fragen, Zweifel und Unsicherheit. Gleichzeitig waren es aber auch Jahre des Lernens, des Suchens und des persönlichen Wachstums. Diese Erfahrungen haben meine Sicht auf das Leben nachhaltig verändert. Sie haben mir gezeigt, dass Gesundheit, innere Balance, echte Beziehungen und ein respektvoller Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur keine Selbstverständlichkeiten sind.
Menschen. Erlebnisse. Marken.
Rückblickend erkenne ich, dass viele meiner beruflichen Überzeugungen nicht in Seminarräumen oder Lehrbüchern entstanden sind, sondern durch die Erfahrungen des Lebens selbst. Die Menschen, denen ich begegnen durfte. Die Reisen. Die Herausforderungen. Die Natur. Die Erkenntnis, dass Vertrauen, Authentizität und echte Erlebnisse weit mehr bewegen können als reine Botschaften.
All diese Erfahrungen durfte ich in den folgenden Jahren bei der Entwicklung und Kommunikation unterschiedlichster Marken und Unternehmen einbringen. Welche Marken, Projekte und Aufgaben meinen beruflichen Weg geprägt haben, erfahren Sie auf der Seite „Marken / Brands“.